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Mathe begreifbar · Grundlagenfach · Grundlagen Funktionen

Grundlagen Funktionen — Handout

1. Definition

Eine reelle Funktion \(f\) ist eine Zuordnung, die jedem Element \(x\) einer Menge \(D \subseteq \mathbb{R}\) (dem Definitionsbereich) genau einen Wert \(y \in W \subseteq \mathbb{R}\) (dem Wertebereich) zuordnet:

\[ f : D \longrightarrow W, \qquad x \longmapsto f(x) \]

Der Wert \(y = f(x)\) heisst Funktionswert oder abhängige Variable; \(x\) ist das Argument oder die unabhängige Variable.

2. Begriffe

BegriffSymbolBedeutung
Argument \(x\) Eingangswert, frei wählbar aus \(D\)
Funktionswert \(f(x), y\)Resultat der Zuordnung
Definitionsbereich \(D\) Menge aller erlaubten \(x\)
Wertebereich \(W\) Menge aller tatsächlich auftretenden \(y\)
Funktionsterm \(f(x)\) Rechenvorschrift, z.B. \(2 \cdot x + 1\)
Funktionsgleichung \(y = f(x)\)vollständige Schreibweise

3. Vier Darstellungsformen

Eine Funktion lässt sich auf vier äquivalente Arten beschreiben — alle enthalten dieselbe Information, machen aber unterschiedliche Aspekte sichtbar:

FormBeispiel \(V(t) = 3 \cdot t\)Stärke
verbal jeder Sekunde \(t\) wird das Dreifache zugeordnet Modellierung, Aufgabentext
Wertetabelle \(t = 0, 1, 2, 3 \;\rightarrow\; V = 0, 3, 6, 9\) konkrete Punkte, Zeichnen
Graph Gerade durch Ursprung mit Steigung 3 qualitatives Verhalten
Term/Gleichung \(V(t) = 3 \cdot t\) kompakt, exaktes Rechnen

4. Drei Schreibweisen

FormSchreibweise
Zuordnungsvorschrift \(x \longmapsto 2 \cdot x + 1\)
Funktionsgleichung \(y = 2 \cdot x + 1\)
Vollform mit \(D, W\) \(f : \mathbb{R} \longrightarrow \mathbb{R},\; x \longmapsto 2 \cdot x + 1\)

5. Definitionsbereich

FunktionEinschränkung\(D\)
\(f(x) = 2 \cdot x + 1\) keine \(\mathbb{R}\)
\(f(x) = \dfrac{1}{x}\) Nenner \(\neq 0\) \(\mathbb{R} \setminus \{0\}\)
\(f(x) = \sqrt{x}\) Radikand \(\geq 0\) \([0; \infty[\)
\(f(x) = \dfrac{1}{\sqrt{x}}\) Radikand \(> 0\) (Wurzel + Nenner)\(]0; \infty[\)
⚠ Anwendungsbereich vs. mathematischer Bereich

Bei Anwendungen ist \(D\) häufig kleiner als der mathematisch mögliche Bereich. Beispiel: \(V(t) = 3 \cdot t\) ist mathematisch für alle \(t \in \mathbb{R}\) definiert, physikalisch aber nur für \(t \geq 0\) sinnvoll.

6. Funktion oder keine Funktion? — Vertikaltest

Eine Kurve im Koordinatensystem ist genau dann der Graph einer Funktion, wenn jede zur \(y\)-Achse parallele Gerade die Kurve höchstens in einem Punkt schneidet.

KurveFunktion?Begründung
schiefe Gerade \(y = m \cdot x + b\) ja jeder \(x\)-Wert hat genau ein \(y\)
senkrechte Gerade \(x = c\) nein bei \(x = c\) unendlich viele \(y\)-Werte
Parabel \(y = a \cdot x^2 + b \cdot x + c\) ja jeder \(x\)-Wert hat genau ein \(y\)
Kreis um Ursprung nein zwei \(y\)-Werte bei fast jedem \(x\)

7. Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen

SchnittpunktBedingungBerechnungPunkt
\(y\)-Achsenabschnitt \(x = 0\) \(y_0 = f(0)\) \((0 \mid f(0))\)
Nullstelle(n) \(y = 0\) Gleichung \(f(x) = 0\) lösen \((x_0 \mid 0)\)

Eine Funktion hat höchstens einen \(y\)-Achsenabschnitt, kann aber keine, eine oder mehrere Nullstellen haben.

8. Schnittpunkte zweier Funktionsgraphen

Zwei Funktionen \(f\) und \(g\) schneiden sich, wenn die Funktionswerte übereinstimmen:

\[ f(x) = g(x) \]

Vorgehen:

  1. Funktionsterme gleichsetzen.
  2. Resultierende Gleichung nach \(x\) auflösen → \(x_S\).
  3. \(x_S\) in eine der Funktionen einsetzen → \(y_S\).
  4. Andere Funktion als Probe einsetzen.

9. Zusammenfassung

Funktion \(f : D \to W,\; x \mapsto f(x)\) — jedes \(x\) hat genau ein \(y\)
Definitionsbereich \(D\) — erlaubte \(x\)-Werte
Wertebereich \(W\) — tatsächlich auftretende \(y\)
y-Achsenabschnitt \(y_0 = f(0)\)
Nullstelle \(f(x) = 0\) lösen
Schnittpunkt zweier Funktionen \(f(x) = g(x)\) gleichsetzen, auflösen
Merksatz. Eine Funktion ordnet jedem Argument genau einen Funktionswert zu. Bei Anwendungsaufgaben ist \(D\) oft enger als der mathematisch mögliche Bereich.