Sechs Anwendungsaufgaben aus Statistik-Praxis und Empirie. Mit Lösungen.
Du sollst die Lieblings-Streamingplattform deiner Klasse erheben.
Eine Hausärztin will die Wartezeit ihrer Patientinnen verbessern. Sie misst über einen Monat alle Wartezeiten zwischen Termin-Beginn und Aufruf — insgesamt 312 Werte.
In Spalte A (A2 bis A21) stehen 20 Prüfungspunkte. Schreibe Formeln in Spalte B, sodass B2 den kleinsten, B3 den zweitkleinsten Wert usw. liefert. (Tipp: Funktion KKLEINSTE und ZEILE.)
Eine Tageszeitung schreibt: „76 % unserer Online-Leserinnen finden den neuen Tarif gut!" Diskutiere zwei Gründe, warum dieser Befund nicht repräsentativ für die ganze Bevölkerung ist.
Formuliere für die folgende Erhebungsabsicht zwei Versionen einer Frage: eine suggestive und eine neutrale. Absicht: Erhebung der Meinung zur Verlängerung der Schulpausen um 5 Minuten.
Eine Studie soll Aussagen über die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit von Schweizer Jugendlichen (Grundgesamtheit ca. 800 000) machen. Welcher Stichprobenumfang ist plausibel: 50, 500, 5 000 oder 50 000? Begründe — auch ohne exakte Statistik-Theorie kannst du eine sinnvolle Grössenordnung nennen.
=MITTELWERT(A1:A312) für den Durchschnitt, =MAX(A1:A312) für die längste Wartezeit. Auch nützlich: =MEDIAN(...) als robusteres Lagemass.In Zelle B2: =KKLEINSTE($A$2:$A$21; ZEILE()-1)
Erklärung: ZEILE() gibt die aktuelle Zeilennummer (in B2 also 2). ZEILE()-1 wird so zu 1 in B2, zu 2 in B3 usw. Beim Kopieren der Formel bis B21 entsteht automatisch die sortierte Liste. Die $-Zeichen halten den Bezugsbereich fest.
Suggestiv: „Wärst du auch dafür, dass die Pausen verlängert werden, damit man sich besser erholen kann?"
Neutral: „Sollten die Pausen um 5 Minuten verlängert werden? Antwort: Ja / Nein / Unentschieden."
Die suggestive Version enthält das Wort „auch" (impliziert Konsens) und nennt einen positiven Grund — beides drängt zur Zustimmung.
Sinnvolle Grössenordnung: 500 bis 5 000. Mit n = 50 wäre der Stichprobenumfang viel zu klein für eine 800 000-Grundgesamtheit. Mit n = 50 000 wäre der Aufwand unverhältnismässig hoch — die Genauigkeit nimmt ab n ≈ 1000 nur noch wenig zu (das ist ein Resultat aus der Stichprobentheorie). Repräsentative Studien zur Schweizer Jugend arbeiten typischerweise mit n ≈ 1000 bis 2000.