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Mathe begreifbar · Schwerpunktfach · Grundlagen Gleichungen

Handout — Theorie

1. Vokabular

GleichungAussage \( T_1(x) = T_2(x) \) — zwei Terme haben denselben Wert
Grundmenge \(G\)erlaubte Zahlenmenge (meist \( \mathbb{R} \))
Definitionsmenge \(D\)alle \(x\), für die beide Terme definiert sind (Nenner \( \neq 0 \), Radikand \( \geq 0 \), Log-Argument \( > 0 \))
Lösungsmenge \(L\)alle \( x \in D \), welche die Gleichung erfüllen — kann leer, endlich oder unendlich sein

2. Äquivalenzumformungen — und ihre gefährlichen Verwandten

Sicher (Lösungsmenge bleibt): beidseitig addieren/subtrahieren; beidseitig mit fester Zahl \( \neq 0 \) multiplizieren/dividieren — das Waage-Prinzip.

Gefährliche UmformungRisikoGegenmittel
quadrieren / potenzierenScheinlösungenProbe in der Ausgangsgleichung
mit Term multiplizierenScheinlösung bei Term = 0\(D\) notieren, Lösungen prüfen
durch Term dividierenLösungen gehen verlorenausklammern + Nullprodukt

3. Der Typen-Blick: Wo steht die Unbekannte?

TypWo steht \(x\)?BeispielMethode
linearnur 1. Potenz\( 3x + 2 = 11 \)Äquivalenzumformungen
quadratisch2. Potenz\( x^2 + 3x - 10 = 0 \)Faktorisieren · Lösungsformel
PotenzgleichungBasis\( x^4 = 81 \)\(n\)-te Wurzel (Parität!)
WurzelgleichungRadikand\( \sqrt{2x+1} = 7 \)separieren · quadrieren · Probe
rationalNenner\( \tfrac{6}{x+1} = 2 \)\(D\) · Hauptnenner
exponentiellExponent\( 5 \cdot 2^x = 80 \)Exponentenvergleich · logarithmieren
logarithmischLog-Argument\( \lg(x+3) = 2 \)\(D\) · entlogarithmieren · Probe
Betragim Betrag\( |x-4| = 9 \)zwei Fälle \( \pm \)
ProduktformFaktoren\( x(x-3)(x+2) = 0 \)Nullprodukt

4. Der Vier-Schritte-Fahrplan

📘 Typ → D → Methode → Kontrolle

(1) Typ bestimmen («Wo steht \(x\)?») · (2) Definitionsmenge notieren · (3) passende Methode anwenden · (4) überprüfen: Probe (Ausgangsgleichung), Skizze (Anzahl Schnittpunkte = erwartete Lösungsanzahl), Plausibilität (Vorzeichen, Grössenordnung, Einheit).

⭐ Merksatz

Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem Rechnen: den Typ am Ort der Unbekannten erkennen. Sichere Umformungen erhalten die Waage; Quadrieren, Terme-Multiplikation und -Division verlangen \(D\) und Probe. Ohne Kontrolle ist keine Lösungsmenge bestimmt.