Schwerpunktfach · Lerngebiet 2 · Gleichungen · 50 Lektionen

2.2a Potenz-, Wurzel- und rationale Gleichungen

RLP 2.2 · Teil 1 von 3

Steht die Unbekannte unter einer Wurzel, in einer Potenz oder im Nenner eines Bruchs, reichen lineare Umformungen nicht mehr. Der Schlüssel ist die passende Umkehroperation — Wurzelziehen bzw. Potenzieren. Doch Vorsicht: Quadrieren ist keine Äquivalenzumformung. Es können Scheinlösungen entstehen, und darum gehört die Probe durch Einsetzen immer dazu.

📋 Kompetenzen nach RLP 2030 — Teilgebiet 2.2
  • lineare und nichtlineare Ungleichungen mithilfe einer Grafik oder der Vorzeichentabelle umformen und lösen auch ohne Hilfsmittel
  • elementare Potenzgleichungen lösen auch ohne Hilfsmittel
  • Wurzelgleichungen und rationale Gleichungen lösen, die auf lineare oder quadratische Gleichungen führen auch ohne Hilfsmittel
  • elementare Exponential- und Logarithmusgleichungen lösen auch ohne Hilfsmittel
  • elementare Betragsgleichungen lösen auch ohne Hilfsmittel
  • Polynomgleichungen höheren Grades lösen, wenn das Polynom als Produkt linearer und quadratischer Faktoren vorliegt auch ohne Hilfsmittel

Diese Seite behandelt die Kompetenzen 2 und 3: Potenz-, Wurzel- und rationale Gleichungen. Exponential- und Logarithmusgleichungen folgen in Teil 2 (s2-2b), Betrags- und Polynomgleichungen sowie Ungleichungen in Teil 3 (s2-2c).

🎯 Lernziele — das kann ich nach dieser Seite
  • Ich kann elementare Potenzgleichungen \(x^n = c\) lösen und weiss, wann es zwei, eine oder keine Lösung gibt.
  • Ich kann Wurzelgleichungen durch Separieren und Quadrieren lösen — auch wenn zweimal quadriert werden muss.
  • Ich kann Wurzelgleichungen, in denen derselbe Wurzelterm mehrfach vorkommt, per Substitution lösen und anschliessend rücksubstituieren.
  • Ich kann erklären, warum Quadrieren keine Äquivalenzumformung ist, und Scheinlösungen durch die Probe in der Ausgangsgleichung entlarven.
  • Ich kann die Definitionsmenge einer Wurzel- oder Bruchgleichung bestimmen (Radikand \(\geq 0\), Nenner \(\neq 0\)).
  • Ich kann rationale Gleichungen mit dem Hauptnenner in lineare oder quadratische Gleichungen überführen.
  • Ich kann Wurzelgleichungen aus Anwendungen aufstellen und lösen (Sichtweite, Pendel, freier Fall).

Einstieg — wie weit sieht man vom Turm?

Von einem erhöhten Standpunkt reicht der Blick bis zum Horizont. Für die Sichtweite \(s\) (in km) bei Augenhöhe \(h\) (in m über Meer, klare Sicht) gilt näherungsweise:

\[ s(h) \approx 3.57 \cdot \sqrt{h} \]

Vom Uetliberg-Turm (\(h \approx 900\) m über Meer) sieht man also gut \(100\) km weit. Aber umgekehrt gefragt: Wie hoch muss man steigen, um \(100\) km weit zu sehen? Jetzt steht die Unbekannte unter der Wurzel:

\[ 3.57 \cdot \sqrt{h} = 100 \]

🔭 Sichtweite: \(s(h) = 3.57\sqrt{h}\)

💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Vierfache Höhe gibt nur doppelte Sichtweite — typisch Wurzel. Die 100-km-Frage führt auf die Wurzelgleichung \(3.57\sqrt{h} = 100\): Separieren, quadrieren, fertig — \(h = (100/3.57)^2 \approx 785\) m.

Näherungsformel für klare Sicht; 100-km-Marke rot gestrichelt

300 m
Auswertung
s(300) = 3.57·√300 ≈ 61.8 km
📘 Was sehen wir?

Die Frage «welche Höhe für \(100\) km Sicht?» dreht die Funktion um — und führt auf eine Gleichung mit der Unbekannten unter der Wurzel:

  • Lösen durch die Umkehroperation: Wurzel separieren, dann quadrieren.
  • \(\sqrt{h} = \tfrac{100}{3.57} \Rightarrow h = \left(\tfrac{100}{3.57}\right)^2 \approx 785\) m.
✏️ Mini-Check — Einstieg
Multiple Choice

Die Augenhöhe wird vervierfacht. Um welchen Faktor wächst die Sichtweite \(s = 3.57\sqrt{h}\)?

  • Faktor 4
  • Faktor 2
  • Faktor \(\sqrt{2}\)
Lösung anzeigen
B. \(\sqrt{4h} = 2\sqrt{h}\) — die Wurzel macht aus Faktor \(4\) den Faktor \(2\).
Lückentext

Eine Gleichung, bei der die Lösungsvariable unter einer Wurzel vorkommt, heisst .

Lösung anzeigen
Wurzelgleichung.
Kurze Rechnung

Berechne die Sichtweite bei \(h = 25\) m.

Lösung anzeigen
\(s = 3.57 \cdot \sqrt{25} = 3.57 \cdot 5 \approx 17.9\) km.
Transfer

Löse \(3.57\sqrt{h} = 100\) Schritt für Schritt.

Lösungsweg anzeigen
Separieren: \(\sqrt{h} = \tfrac{100}{3.57} \approx 28.01\). Quadrieren: \(h \approx 28.01^2 \approx 785\) m. Probe: \(3.57\sqrt{785} \approx 100\) ✓

Definitionen — drei Gleichungstypen, eine Idee

📘 Definition — Potenzgleichung

Eine Gleichung der Form

\[ x^n = c \qquad n \in \mathbb{N}^*,\ c \in \mathbb{R} \]

heisst elementare Potenzgleichung. Gelöst wird sie durch Ziehen der \(n\)-ten Wurzel — die Anzahl Lösungen hängt von der Parität von \(n\) und dem Vorzeichen von \(c\) ab:

Exponent\(c > 0\)\(c = 0\)\(c < 0\)
\(n\) gerade\(x = \pm\sqrt[n]{c}\) (zwei)\(x = 0\)keine Lösung
\(n\) ungerade\(x = \sqrt[n]{c}\) (eine)\(x = 0\)\(x = -\sqrt[n]{|c|}\) (eine)
📘 Definition — Wurzelgleichung

Eine Gleichung, bei der die Lösungsvariable unter einer Wurzel vorkommt. Beispiel: \(\sqrt{6x+7} - 5 = 0\).

Wurzelgleichungen lassen sich nicht mit einem allgemeinen Verfahren lösen; die Lösungsmenge kann leer sein. In den behandelten Fällen führen elementare Umformungen oder eine Substitution auf Gleichungen ersten oder zweiten Grades.

📘 Definition — Rationale Gleichung (Bruchgleichung)

Eine Gleichung, bei der die Lösungsvariable im Nenner eines Bruchterms vorkommt. Beispiel: \(\dfrac{2}{x-1} + 1 = x\).

Gelöst wird durch Multiplikation mit dem Hauptnenner — vorher gehören alle Werte, die einen Nenner null machen, aus der Definitionsmenge ausgeschlossen.

💡 Definitionsmenge zuerst

Bei Wurzelgleichungen: Radikand \(\geq 0\). Bei Bruchgleichungen: Nenner \(\neq 0\). Die Definitionsmenge \(D\) vor dem Lösen zu notieren kostet eine Zeile — und entlarvt am Schluss manche Scheinlösung sofort. Das Rechnen mit Wurzeln selbst: ↩ 1.2 Potenzen.

Warum Scheinlösungen entstehen — der Blick auf den Graphen

Zwei fast gleiche Gleichungen, zwei verschiedene Welten. Schalte um und vergleiche:

Scheinlösungs-Labor: \(\sqrt{6x+7} = \pm 5\)

💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Wurzelwerte sind nie negativ — Variante B hat grafisch offensichtlich keine Lösung. Nach dem Quadrieren liefern aber beide Varianten \(x = 3\): Das Quadrieren vernichtet das Vorzeichen. Darum ist die Probe in der Ausgangsgleichung Pflicht.

Wurzelkurve blau · rechte Seite orange · Schnittpunkt = Lösung

Nach dem Quadrieren · Probe
6x + 7 = 25 ⇒ x = 3; Probe: √25 = 5 ✓; L = {3}

Bei Bruchgleichungen entsteht die Scheinlösung anders: Der Hauptnenner-Trick kann genau den Wert liefern, der einen Nenner null macht. Verschiebe den Pol \(x = n\) und beobachte den Kandidaten \(x = 2\) auf dem D-Strahl darunter.

Pol-Falle bei Bruchgleichungen: \(\dfrac{6}{x-n} = \dfrac{3x}{x-n}\)

💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Solange der Pol \(n \neq 2\) ist, schneiden sich die Kurven bei \(x = 2\) und die Lösung ist gültig: \(L = \{2\}\). Fällt der Pol auf \(n = 2\), so liegt der Kandidat genau auf der Definitionslücke — beide Kurven haben dort ihren senkrechten Ast, es gibt keinen Schnittpunkt. \(x = 2\) ist dann eine Scheinlösung, \(L = \{\,\}\).

linke Seite blau · rechte Seite orange · Pol \(x=n\) gestrichelt · D-Strahl mit Ausschluss unten

3.0
Kandidat und Definitionsmenge
D = ℝ \ {3}; Kandidat x = 2 ∈ D ⇒ L = {2}
📘 Lösungsmethode für Wurzelgleichungen
  1. Separieren: einen Wurzelausdruck allein auf eine Seite bringen (bei mehreren Wurzeln: auf beide Seiten verteilen).
  2. Quadrieren (bzw. mit \(n\) potenzieren).
  3. Falls noch Wurzeln übrig sind: Schritte 1 und 2 wiederholen.
  4. Die wurzelfreie Gleichung nach \(x\) auflösen.
  5. Probe: Einsetzen in die ursprüngliche Gleichung, um Scheinlösungen auszuschliessen.
✏️ Mini-Check — Potenzgleichungen und Scheinlösungen
Multiple Choice

Wie viele Lösungen hat die Potenzgleichung \(x^4 = -16\)?

  • zwei
  • eine
  • keine
Lösung anzeigen
C. Eine gerade Potenz ist nie negativ — \(L = \{\,\}\).
Lückentext

Das Quadrieren beider Seiten ist keine — es können Scheinlösungen entstehen.

Lösung anzeigen
Äquivalenzumformung — die Lösungsmenge kann sich vergrössern.
Kurze Rechnung

Löse die Potenzgleichung \(x^3 = -27\).

Lösung anzeigen
Ungerader Exponent, eine Lösung: \(x = \sqrt[3]{-27} = -3\).
Transfer

Begründe ohne zu rechnen, dass \(\sqrt{x-3} = -2\) keine Lösung hat — und was das Quadrieren trotzdem liefert.

Lösungsweg anzeigen
Die linke Seite ist als Wurzelwert nie negativ, die rechte ist \(-2\) — kein \(x\) passt, \(L = \{\,\}\). Quadrieren liefert \(x - 3 = 4\), also \(x = 7\): eine Scheinlösung (Probe: \(\sqrt{4} = 2 \neq -2\)).

Die Verfahren an Beispielen

🟢 Beispiel 1 — Wurzeln zusammenfassen, Definitionsmenge angeben

Bestimme \(D\) und \(L\) der Gleichung \(9\sqrt{5x+1} = 20 + 4\sqrt{5x+1}\).

Lösung: Radikand \(\geq 0\): \(5x + 1 \geq 0 \Rightarrow D = \left\{x \in \mathbb{R} \,\middle|\, x \geq -\tfrac{1}{5}\right\}\).

Die gleichartigen Wurzelterme zusammenfassen, dann separieren und quadrieren:

\[ 5\sqrt{5x+1} = 20 \;\Rightarrow\; \sqrt{5x+1} = 4 \;\Rightarrow\; 5x + 1 = 16 \;\Rightarrow\; x = 3 \]

Probe: \(9\sqrt{16} = 36 = 20 + 4\sqrt{16}\) ✓ — also \(L = \{3\}\).

🟢 Beispiel 2 — Zweimal quadrieren, Scheinlösung entlarven

Löse \(\sqrt{a-4} = 1 - \sqrt{a+3}\).

Lösung: Erstes Quadrieren (rechts entsteht ein binomischer Ausdruck!):

\[ a - 4 = 1 + (a+3) - 2\sqrt{a+3} \;\Rightarrow\; -8 = -2\sqrt{a+3} \;\Rightarrow\; \sqrt{a+3} = 4 \]

Zweites Quadrieren: \(a + 3 = 16 \Rightarrow a = 13\). Probe in der Ausgangsgleichung:

\[ \sqrt{13-4} = 3, \qquad 1 - \sqrt{13+3} = 1 - 4 = -3 \qquad 3 \neq -3 \]

\(a = 13\) ist eine Scheinlösung — die Lösungsmenge ist \(L = \{\,\}\).

🟢 Beispiel 3 — Rationale Gleichung mit dem Hauptnenner

Löse \(\dfrac{2}{x-1} + 1 = x\).

Lösung: Definitionsmenge: \(x \neq 1\). Multiplikation mit dem Hauptnenner \((x-1)\):

\[ 2 + (x-1) = x(x-1) \;\Rightarrow\; x + 1 = x^2 - x \;\Rightarrow\; x^2 - 2x - 1 = 0 \] \[ x_{1,2} = \frac{2 \pm \sqrt{4+4}}{2} = 1 \pm \sqrt{2} \]

Beide Werte liegen in \(D\) (keiner ist \(1\)): \(L = \{1 - \sqrt{2};\ 1 + \sqrt{2}\}\) — numerisch \(\approx \{-0.41;\ 2.41\}\).

⚠ Häufiger Fehler — Quadrieren ohne Separieren

Wer \(\sqrt{x} + 2 = 5\) direkt quadriert, erhält \(x + 4\sqrt{x} + 4 = 25\) — die Wurzel ist immer noch da, nur die Gleichung ist hässlicher. Erst separieren (\(\sqrt{x} = 3\)), dann quadrieren (\(x = 9\)).

⚠ Häufiger Fehler — Probe weggelassen

Nach jedem Quadrieren können Scheinlösungen in der Rechnung stehen, die die Ausgangsgleichung nicht erfüllen. Die Probe ist kein «nice to have», sondern Teil des Lösungsverfahrens — ohne sie ist die Lösungsmenge nicht bestimmt.

✏️ Mini-Check — Verfahren
Multiple Choice

Was ist der richtige erste Schritt bei \(\sqrt{2x+3} - 4 = 1\)?

  • Sofort quadrieren
  • Die Wurzel separieren: \(\sqrt{2x+3} = 5\)
  • Durch 2 teilen
Lösung anzeigen
B. Erst separieren, dann quadrieren: \(2x + 3 = 25 \Rightarrow x = 11\).
Lückentext

Bei einer Bruchgleichung multipliziert man mit dem — und schliesst vorher alle Werte aus, die einen Nenner null machen.

Lösung anzeigen
Hauptnenner.
Kurze Rechnung

Bestimme die Definitionsmenge von \(\sqrt{4-2x} = 7\).

Lösung anzeigen
\(4 - 2x \geq 0 \Rightarrow x \leq 2\), also \(D = \{x \in \mathbb{R} \mid x \leq 2\}\).
Transfer

Beim Lösen von \(\dfrac{6}{x-2} = \dfrac{3x}{x-2}\) liefert der Hauptnenner \(6 = 3x\), also \(x = 2\). Warum ist die Lösungsmenge trotzdem leer?

Lösungsweg anzeigen
\(x = 2\) liegt nicht in der Definitionsmenge (Nenner null!) — beim Multiplizieren mit \((x-2)\) ist genau dieser Wert als Scheinlösung hereingerutscht. Er muss ausgeschlossen werden: \(L = \{\,\}\). Darum gehört die Definitionsmenge an den Anfang jeder Bruchgleichung.

Substitution — wenn dieselbe Wurzel mehrfach auftritt

📘 Substitution bei Wurzelgleichungen

Tritt derselbe Wurzelterm mehrfach auf, lohnt sich die Ersetzung \(u = \sqrt{T(x)}\): Die Gleichung wird zu einer gewöhnlichen Gleichung in \(u\) (oft quadratisch). Danach Rücksubstitution: jedes gefundene \(u \geq 0\) liefert über \(\sqrt{T(x)} = u\) die zugehörigen \(x\)-Werte — negative \(u\)-Werte entfallen, denn Wurzelwerte sind nie negativ.

🟢 Beispiel 4 — Substitution

Löse \(\sqrt{x^2+5x-5} = \dfrac{4\sqrt{x^2+5x-5} - 3}{\sqrt{x^2+5x-5}}\).

Definitionsmenge: Der Radikand \(x^2+5x-5\) steht auch im Nenner, muss also positiv sein: \(x^2+5x-5 > 0\).

Lösung: Mit \(u = \sqrt{x^2+5x-5}\) wird daraus \(u = \dfrac{4u-3}{u}\), also

\[ u^2 - 4u + 3 = 0 \;\Rightarrow\; (u-1)(u-3) = 0 \;\Rightarrow\; u_1 = 1,\quad u_2 = 3 \]

Rücksubstitution \(u_1 = 1\): \(x^2 + 5x - 5 = 1 \Rightarrow x^2 + 5x - 6 = 0 \Rightarrow x = 1\) oder \(x = -6\).

Rücksubstitution \(u_2 = 3\): \(x^2 + 5x - 5 = 9 \Rightarrow x^2 + 5x - 14 = 0 \Rightarrow x = 2\) oder \(x = -7\).

Alle vier bestehen die Probe: \(L = \{-7;\ -6;\ 1;\ 2\}\).

💡 Strategie — welcher Weg für welche Gleichung?
SituationWerkzeug
\(x^n = c\)\(n\)-te Wurzel ziehen (Paritäts-Tabelle!)
eine Wurzelseparieren → quadrieren → Probe
zwei Wurzelnauf beide Seiten verteilen → zweimal quadrieren
gleicher Wurzelterm mehrfachSubstitution \(u = \sqrt{T(x)}\)
\(x\) im Nenner\(D\) notieren → Hauptnenner → lösen → \(D\) prüfen
✏️ Mini-Check — Substitution und Strategie
Multiple Choice

Bei der Rücksubstitution ergibt sich \(u_2 = -2\) für \(u = \sqrt{T(x)}\). Was folgt daraus?

  • \(T(x) = 4\) lösen
  • Dieser Fall entfällt
  • \(x = -2\) ist Lösung
Lösung anzeigen
B. Ein Wurzelwert kann nicht \(-2\) sein — nur \(u \geq 0\) liefert Lösungen.
Lückentext

Tritt derselbe Wurzelterm mehrfach auf, ersetzt man ihn durch eine neue Variable — das Verfahren heisst .

Lösung anzeigen
Substitution (danach: Rücksubstitution nicht vergessen).
Kurze Rechnung

Löse \(\sqrt{x^2+9} = 5\).

Lösung anzeigen
Quadrieren: \(x^2 + 9 = 25 \Rightarrow x^2 = 16 \Rightarrow x = \pm 4\). Beide bestehen die Probe.
Transfer

Wie viele Proben braucht Beispiel 4 (vier Kandidaten) wirklich — und warum darf man keine weglassen?

Lösungsweg anzeigen
Alle vier: Beim Aufstellen der \(u\)-Gleichung wurde mit \(u\) multipliziert und quadriert — beides kann Scheinlösungen erzeugen. Jeder Kandidat muss einzeln in der Ausgangsgleichung geprüft werden (hier bestehen zufällig alle).

Aufgaben

🟠 A1Lösbar oder nicht? Am Graphen entscheiden

Wähle eine Gleichung — links siehst du beide Seiten als Graphen. Welche Lösungsmenge passt?

A1 · Lösbar oder nicht? Am Graphen entscheiden
💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Jeder Schnittpunkt ist eine Lösung, kein Schnittpunkt heisst \(L = \{\,\}\). Weil ein Wurzelwert nie negativ wird, liegt die Kurve von \(\sqrt{x}\) nie unter der \(x\)-Achse — die Linie bei \(-5\) kann sie nie treffen. Bei \(\sqrt{-x}\) ist der Radikand \(-x\) nur für \(x \leq 0\) nicht negativ, deshalb liegt die Lösung links vom Ursprung. Wer nur formal quadriert, sieht beides nicht.

Welche Lösungsmenge gehört zur angezeigten Gleichung?

🟠 A2Äquivalent oder nicht?

Die Gleichung \(A(x)\) wird wie angegeben umgeformt zur Gleichung \(N(x)\). Bestimme beide Lösungsmengen: Wo liegt eine Äquivalenzumformung vor, wo kommen Scheinlösungen dazu, wo gehen Lösungen verloren?

  1. \(A(x):\ \sqrt{x} = 5\) — quadrieren
  2. \(A(x):\ \sqrt{x} = -5\) — quadrieren
  3. \(A(x):\ (x+2)(x-2) = 0\) — geteilt durch \((x+2)\)
🟢 Lösung
  1. \(L_A = \{25\}\), \(N(x): x = 25\), \(L_N = \{25\}\) — hier zufällig äquivalent (die linke Seite war nie negativ).
  2. \(L_A = \{\,\}\), aber \(N(x): x = 25\) mit \(L_N = \{25\}\) — das Quadrieren hat eine Scheinlösung erzeugt.
  3. \(L_A = \{-2;\ 2\}\), \(N(x): x - 2 = 0\) mit \(L_N = \{2\}\) — die Division durch \((x+2)\) hat die Lösung \(x = -2\) vernichtet (Division durch null für genau diesen Wert!).
🟠 A3Rechnen mit den drei Gleichungstypen
🟠 a) Potenzgleichungen

Löse \(x^3 = -27\) und \(x^4 = 81\) (gib bei zwei Lösungen die positive an).

🟢 Lösung
  1. Ungerader Exponent: genau eine Lösung \(x = \sqrt[3]{-27} = -3\).
  2. Gerader Exponent, \(c > 0\): zwei Lösungen \(x = \pm\sqrt[4]{81} = \pm 3\).
🟠 b) Wurzel separieren

Löse \(\sqrt{4b+16} + 5 = 7\).

🟢 Lösung
\[ \sqrt{4b+16} = 2 \;\Rightarrow\; 4b + 16 = 4 \;\Rightarrow\; b = -3 \]

Probe: \(\sqrt{-12+16} + 5 = 2 + 5 = 7\) ✓ (der Radikand ist positiv, obwohl \(b\) negativ ist!)

🟠 c) Wurzel auf der rechten Seite

Löse \(3 = \sqrt{20 - 4w}\).

🟢 Lösung
\[ 9 = 20 - 4w \;\Rightarrow\; 4w = 11 \;\Rightarrow\; w = \tfrac{11}{4} = 2.75 \]

Probe: \(\sqrt{20 - 11} = \sqrt{9} = 3\) ✓

🟠 d) Quadrieren mit zwei Lösungen

Löse \(\sqrt{x^2+9} = 5\) (gib die positive Lösung an).

🟢 Lösung
\[ x^2 + 9 = 25 \;\Rightarrow\; x^2 = 16 \;\Rightarrow\; x = \pm 4 \qquad L = \{-4;\ 4\} \]
🟠 e) Rationale Gleichung

Löse \(\dfrac{2}{x-1} + 1 = x\) (gib die grössere Lösung auf zwei Dezimalen an).

🟢 Lösung

\(D: x \neq 1\). Mit \((x-1)\) multiplizieren: \(2 + x - 1 = x^2 - x \Rightarrow x^2 - 2x - 1 = 0\), also \(x = 1 \pm \sqrt{2}\). Beide in \(D\): grössere Lösung \(1 + \sqrt{2} \approx 2.41\).

🟠 A4Sichtweite zum Horizont

Für die Sichtweite gilt \(s(h) = 3.57\sqrt{h}\) (\(s\) in km, \(h\) in m).

  1. Wie weit sieht man aus einem Flugzeug in \(3000\) m Höhe?
  2. Welche Höhe braucht es für \(50\) km Sichtweite? (Wurzelgleichung aufstellen und lösen.)
🟢 Lösung
  1. \(s = 3.57 \cdot \sqrt{3000} \approx 195.5\) km.
  2. \(3.57\sqrt{h} = 50 \Rightarrow \sqrt{h} = \tfrac{50}{3.57} \Rightarrow h = \left(\tfrac{50}{3.57}\right)^2 \approx 196.2\) m.
🟠 A5Fadenpendel

Für die Schwingungsdauer eines Fadenpendels gilt \(T = 2\pi\sqrt{\dfrac{l}{g}}\) mit \(g = 9.81\ \text{m/s}^2\).

  1. Löse die Formel nach \(l\) auf (Wurzel separieren, quadrieren).
  2. Wie lang muss ein Pendel für \(T = 2\) s sein (Sekundenpendel)?
  3. Welche Schwingungsdauer hat ein \(4\) m langes Pendel?
🟢 Lösung
  1. \(\sqrt{\tfrac{l}{g}} = \tfrac{T}{2\pi} \Rightarrow \tfrac{l}{g} = \tfrac{T^2}{4\pi^2} \Rightarrow l = g \cdot \left(\tfrac{T}{2\pi}\right)^2\).
  2. \(l = 9.81 \cdot \left(\tfrac{2}{2\pi}\right)^2 \approx 0.99\) m — knapp ein Meter.
  3. \(T = 2\pi\sqrt{\tfrac{4}{9.81}} \approx 4.01\) s.
🟠 A6Freier Fall

Für die Fallzeit aus der Höhe \(h\) (ohne Luftwiderstand) gilt \(t = \sqrt{\dfrac{2h}{g}}\) mit \(g = 9.81\ \text{m/s}^2\).

  1. Wie lange fällt ein Stein von einer \(80\) m hohen Brücke?
  2. Aus welcher Höhe fällt ein Körper, der \(3\) s unterwegs ist? (Nach \(h\) auflösen.)
🟢 Lösung
  1. \(t = \sqrt{\tfrac{2 \cdot 80}{9.81}} \approx 4.04\) s.
  2. Quadrieren: \(t^2 = \tfrac{2h}{g} \Rightarrow h = \tfrac{g \cdot t^2}{2} = \tfrac{9.81 \cdot 9}{2} \approx 44.1\) m.
🟠 A7Vier Lösungen per Substitution Vertiefung

Löse die Gleichung

\[ \sqrt{x^2+5x-5} = \frac{4\sqrt{x^2+5x-5} - 3}{\sqrt{x^2+5x-5}} \]
  1. Substituiere \(u = \sqrt{x^2+5x-5}\) und löse die entstehende Gleichung in \(u\).
  2. Führe beide Rücksubstitutionen durch und bestimme alle \(x\)-Kandidaten.
  3. Kontrolliere und gib \(L\) an. Gib die kleinste Lösung ein:
🟢 Lösung

Definitionsmenge: Der Radikand \(x^2+5x-5\) steht auch im Nenner, ist also positiv zu fordern (\(x^2+5x-5 > 0\)); alle vier Lösungen erfüllen das.

  1. \(u = \tfrac{4u-3}{u} \Rightarrow u^2 - 4u + 3 = 0 \Rightarrow u_1 = 1\), \(u_2 = 3\) (beide \(\geq 0\), beide brauchbar).
  2. \(u_1\): \(x^2+5x-6 = 0 \Rightarrow x \in \{-6;\ 1\}\); \(u_2\): \(x^2+5x-14 = 0 \Rightarrow x \in \{-7;\ 2\}\).
  3. Alle vier bestehen die Probe (Radikand jeweils \(1\) bzw. \(9\)): \(L = \{-7;\ -6;\ 1;\ 2\}\) — kleinste Lösung \(-7\).

Zusammenfassung

⭐ Merksatz

Potenz-, Wurzel- und Bruchgleichungen löst die passende Umkehroperation: Wurzelziehen (Paritäts-Tabelle beachten), Quadrieren nach dem Separieren, Multiplizieren mit dem Hauptnenner. Quadrieren und Hauptnenner-Multiplikation sind keine Äquivalenzumformungen — darum gehören Definitionsmenge (Radikand \(\geq 0\), Nenner \(\neq 0\)) und Probe in der Ausgangsgleichung zwingend zum Verfahren. Gleicher Wurzelterm mehrfach? Substitution.

TypKennzeichenVerfahrenStolperstein
Potenzgleichung\(x^n = c\)\(n\)-te Wurzel ziehengerades \(n\): \(\pm\)-Fall bzw. keine Lösung
Wurzelgleichung\(x\) unter der Wurzelseparieren → quadrieren → ProbeScheinlösungen
rationale Gleichung\(x\) im Nenner\(D\) → Hauptnenner → lösenNenner-Nullstellen ausschliessen

Clips

Clips zu den Animationen — was jede Animation zeigt

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Transkripte — der gesprochene Text zum Mitlesen

Bruchgleichungen: der Weg in vier Schritten

  1. 0:00Eine Bruchgleichung: das x steht im Nenner.
  2. 0:09Ein Nenner darf nie null werden.
  3. 0:19Schritt eins: die Definitionsmenge. Der dritte Nenner zerfällt in genau die beiden anderen.
  4. 0:30Schritt zwei: mit dem Hauptnenner multiplizieren. Jeder Nenner kürzt sich gegen seinen eigenen Faktor.
  5. 0:41Schritt drei: ausmultiplizieren und ordnen. Wir erhalten zwei Kandidaten. Beachte: Das x Quadrat bleibt hier stehen — es entsteht eine quadratische Gleichung, also bis zu zwei Kandidaten.
  6. 0:54Schritt vier: prüfen. Minus zwei war der verbotene Wert des zweiten Nenners. Es ist eine Scheinlösung.
  7. 1:05Zuerst die Definitionsmenge. Zuletzt prüfen.

Bruchgleichungen: über Kreuz multiplizieren

  1. 0:00Ein Bruch gleich ein Bruch. Hier darf man über Kreuz multiplizieren.
  2. 0:09Zuerst die Definitionsmenge. Auch beim Kreuzweise-Rechnen, ohne Ausnahme.
  3. 0:21Erst einmal ganz normal: mal den Hauptnenner. Jeder Bruch kürzt sich gegen seinen Faktor.
  4. 0:32Und genau das ist die Kreuzregel: Zähler links mal Nenner rechts, und umgekehrt.
  5. 0:41Ausmultipliziert steht da kein x Quadrat — die Gleichung ist linear, es kann also höchstens eine Lösung geben. Ausmultiplizieren, sortieren, dividieren.
  6. 0:53Und prüfen: beide Seiten geben zwei Drittel, und der Wert ist nicht verboten.
  7. 1:02Über Kreuz geht nur, wenn links und rechts genau ein Bruch steht.
  8. 1:12Über Kreuz ist der Hauptnenner in kurz. Die Definitionsmenge bestimmst du trotzdem zuerst.

Bruchgleichungen: wenn genau eine Zahl übrig bleibt

  1. 0:00Eine Bruchgleichung mit x im Nenner. Zwei Fragen begleiten sie: Welche Zahlen sind überhaupt erlaubt — und welche Art von Gleichung entsteht, wenn die Nenner weg sind?
  2. 0:10Zuerst die Definitionsmenge. Kein Nenner darf null werden: x nicht null und x nicht minus eins.
  3. 0:17Beide Seiten mal den Hauptnenner x mal Klammer x plus eins. Auf jeder Seite kürzt sich ein Nenner weg, übrig bleibt eine Gleichung ohne Brüche.
  4. 0:27Ausmultiplizieren. Links x Quadrat plus drei x plus zwei, rechts x Quadrat plus fünf x. Auf beiden Seiten steht dasselbe x Quadrat — es hebt sich weg. Übrig bleibt eine lineare Gleichung.
  5. 0:39Lösen: zwei gleich zwei x, also x gleich eins. Eins liegt in D, ist also gültig. Die Probe: drei geteilt durch eins ist drei, sechs geteilt durch zwei ist auch drei.
  6. 0:51Wann bleibt das x Quadrat denn stehen? Genau dann, wenn es nicht auf beiden Seiten gleich vorkommt. Sechs durch x gleich x minus eins wird zu x Quadrat minus x minus sechs gleich null — eine quadratische Gleichung mit zwei Lösungen, drei und minus zwei.
  7. 1:06Zum Mitnehmen: Nach dem Wegmultiplizieren zuerst hinsehen, ob ein x Quadrat überlebt. Das entscheidet, wie viele Lösungen überhaupt möglich sind — und erst danach entscheidet die Definitionsmenge, welche davon gelten.

Bruchgleichungen: wenn nichts übrig bleibt

  1. 0:00Zweiter Ausgang. Dieselbe Frage, dieselben vier Schritte — nur bleibt am Ende keine Zahl übrig, sondern ein Widerspruch.
  2. 0:09Die Definitionsmenge ist dieselbe wie eben: x nicht null und x nicht minus eins.
  3. 0:17Mal den Hauptnenner x mal Klammer x plus eins. Der erste Bruch behält x, der zweite behält x plus eins, und rechts steht das ganze Produkt.
  4. 0:27Ausmultiplizieren: links x Quadrat plus x plus eins, rechts x Quadrat plus x. Wieder steht dasselbe x Quadrat auf beiden Seiten und fällt weg. Es bleibt eine lineare Gleichung.
  5. 0:39Jetzt fällt auch noch das x weg. Übrig bleibt: eins gleich null. Das ist keine Gleichung mehr, sondern eine falsche Aussage. Keine Zahl kann sie wahr machen — die Lösungsmenge ist leer.
  6. 0:50Die leere Menge kann auch anders zustande kommen: Die Rechnung liefert eine Zahl, aber die liegt nicht in der Definitionsmenge. Dann ist sie eine Scheinlösung und wird gestrichen — bleibt keine andere übrig, ist die Lösungsmenge ebenfalls leer.
  7. 1:03Zum Mitnehmen: Verschwindet die Unbekannte und es bleibt eine falsche Aussage, gibt es keine Lösung. Das ist dieselbe Regel wie bei den Gleichungssystemen — eine falsche Aussage heisst immer: keine Lösung.

Bruchgleichungen: wenn jede erlaubte Zahl passt

  1. 0:00Dritter und letzter Ausgang. Diesmal bleibt am Ende weder eine Zahl noch ein Widerspruch, sondern eine Aussage, die immer stimmt.
  2. 0:09Nur ein Nenner, also nur eine verbotene Zahl: x gleich zwei.
  3. 0:17Beide Seiten mal x minus zwei. Links kürzt sich der Nenner weg, rechts entsteht ein Produkt zweier Klammern.
  4. 0:25Rechts ausmultipliziert ergibt x Quadrat minus vier — genau dasselbe wie links. Das x Quadrat fällt weg, aber diesmal fällt alles Übrige gleich mit.
  5. 0:35Zieht man alles auf eine Seite, bleibt null gleich null. Eine wahre Aussage — sie schränkt nichts ein. Jede Zahl aus der Definitionsmenge löst die Gleichung, also ist die Lösungsmenge die ganze Definitionsmenge.
  6. 0:48Und warum steht die Zwei nicht in der Lösungsmenge? Rechts allein wäre sie erlaubt: zwei plus zwei ist vier. Aber links steht null durch null — nicht definiert. Eine Zahl, für die eine Seite gar nicht existiert, kann keine Lösung sein.
  7. 1:01Damit sind alle drei Ausgänge beisammen. Bleibt eine Zahl, ist es genau eine Lösung. Bleibt eine falsche Aussage, ist die Menge leer. Bleibt eine wahre Aussage, sind es alle erlaubten Zahlen. Und das gilt nicht nur für Bruchgleichungen — es ist dieselbe Dreiteilung wie bei den Gleichungssystemen.

Bruchgleichungen → quadratisch: drei andere Ausgänge

  1. 0:00Bisher fiel das x Quadrat immer weg. Wenn es stehen bleibt, gelten andere Regeln: Dann entscheidet nicht mehr die Definitionsmenge allein, sondern zuerst die Diskriminante.
  2. 0:10Die Definitionsmenge ist schnell: nur x gleich null ist verboten. Mal x genommen steht rechts x mal Klammer x minus eins — und da entsteht das x Quadrat.
  3. 0:20Produkt minus sechs, Summe eins: drei und minus zwei. Beide liegen in der Definitionsmenge, beide gelten. Die Diskriminante war fünfundzwanzig, also positiv — zwei Lösungen.
  4. 0:33Zweiter Ausgang, andere Gleichung: x durch x minus zwei gleich acht durch x. Über Kreuz gibt das x Quadrat gleich acht x minus sechzehn, also x minus vier zum Quadrat. Die Diskriminante ist null — eine doppelte Lösung, die Vier.
  5. 0:47Dritter Ausgang: x durch x minus zwei gleich drei durch x. Über Kreuz gibt das x Quadrat minus drei x plus sechs. Die Diskriminante ist neun minus vierundzwanzig, also minus fünfzehn — es gibt keine reelle Lösung, obwohl die Definitionsmenge nichts verbietet.
  6. 1:03Dazu kommt der vierte Weg, den du aus Folge eins des Verfahrens kennst: Die Gleichung liefert zwei Lösungen, aber eine davon liegt nicht in der Definitionsmenge. Dann bleibt trotz positiver Diskriminante nur eine übrig.
  7. 1:15Zum Mitnehmen: Beim linearen Fall gab es eine Zahl, eine falsche Aussage oder eine wahre. Beim quadratischen sind es zwei Lösungen, eine doppelte oder keine — und darüber liegt noch die Definitionsmenge, die streichen kann.

Sichtweite: vierfache Höhe, doppelte Sicht

  1. 0:00In der Animation stellst du die Augenhöhe h ein und liest die Sichtweite ab. Wie wächst die Sichtweite mit der Höhe, und wie hoch muss man für hundert Kilometer?
  2. 0:10Bei hundert Metern Höhe sieht man drei Komma fünf sieben mal Wurzel aus hundert, also rund fünfunddreissig Komma sieben Kilometer weit.
  3. 0:18Jetzt die vierfache Höhe, vierhundert Meter. Die Sichtweite ist rund einundsiebzig Komma vier Kilometer, nur doppelt so weit. Denn die Wurzel aus vier ist zwei.
  4. 0:28Bei siebenhundertfünfundsiebzig Metern fehlt noch ein wenig bis zur roten Marke. Für die genaue Höhe dreht man die Frage um: Wurzel separieren, dann quadrieren. Das gibt rund siebenhundertfünfundachtzig Meter.
  5. 0:41Merke: Vierfache Höhe gibt nur doppelte Sichtweite, typisch für die Wurzel. Und die Frage nach der Höhe führt auf eine Wurzelgleichung: separieren, quadrieren, fertig.

Scheinlösungs-Labor: Quadrieren verliert das Vorzeichen

  1. 0:00In der Animation schaltest du zwischen zwei fast gleichen Gleichungen um: rechts steht einmal plus fünf, einmal minus fünf. Was liefert das Quadrieren, und was zeigt der Graph?
  2. 0:11Variante A: Die Wurzelkurve schneidet die Gerade y gleich fünf im Punkt drei, fünf. Quadrieren gibt sechs x plus sieben gleich fünfundzwanzig, also x gleich drei. Die Probe stimmt.
  3. 0:23Variante B: Ein Wurzelwert ist nie negativ, die Kurve bleibt über der Geraden y gleich minus fünf. Kein Schnittpunkt. Quadrieren gibt aber wieder x gleich drei. Die Probe zeigt: fünf ist nicht minus fünf. Eine Scheinlösung.
  4. 0:37Merke: Nach dem Quadrieren sind plus fünf und minus fünf nicht mehr zu unterscheiden. Beide Varianten liefern x gleich drei. Darum ist die Probe in der Ausgangsgleichung Pflicht.

Pol-Falle: wenn der Kandidat auf der Lücke liegt

  1. 0:00In der Animation verschiebst du den Pol n. Mit dem Hauptnenner wird aus der Gleichung immer sechs gleich drei x, also der Kandidat x gleich zwei. Ist er immer eine Lösung?
  2. 0:10Mit dem Pol bei drei ist nur die Drei ausgeschlossen. Die beiden Kurven schneiden sich bei x gleich zwei, im Punkt zwei, minus sechs. Der Kandidat ist gültig.
  3. 0:20Liegt der Pol bei eins, schneiden sich die Kurven wieder bei x gleich zwei, jetzt im Punkt zwei, sechs. Solange der Pol nicht auf der Zwei liegt, bleibt x gleich zwei die Lösung.
  4. 0:31Jetzt liegt der Pol genau auf der Zwei. Der Kandidat fällt in die Definitionslücke, und die Kurven schneiden sich nirgends: Die rechte Seite liegt immer um drei höher. x gleich zwei ist eine Scheinlösung.
  5. 0:42Merke: Der Hauptnenner liefert nur Kandidaten. Liegt einer auf einer Definitionslücke, ist er eine Scheinlösung. Darum wird die Definitionsmenge vor dem Lösen notiert und am Schluss geprüft.

Wurzelkurve und Linie: Schnittpunkte zählen

  1. 0:00In Aufgabe A1 entscheidest du am Graphen, welche Lösungsmenge passt. Die Kurve ist die linke Seite der Gleichung, die waagrechte Linie die rechte.
  2. 0:09Das Vorgehen: Schnittpunkte zählen. Bei Wurzel x gleich fünf trifft die Kurve die Linie genau einmal, bei x gleich fünfundzwanzig. Die Probe: Wurzel aus fünfundzwanzig ist fünf.
  3. 0:21Bei Wurzel x gleich minus fünf liegt die Linie unter der x-Achse. Die Kurve beginnt im Ursprung und steigt, sie kommt nie unter die x-Achse. Kein Schnittpunkt, die Lösungsmenge ist leer.
  4. 0:32Bei Wurzel aus minus x muss minus x mindestens null sein, also x höchstens null. Die Kurve liegt links vom Ursprung, und der Schnittpunkt auch: x gleich minus neun.
  5. 0:43Merke: Jeder Schnittpunkt ist eine Lösung, kein Schnittpunkt heisst leere Menge. Wurzelwerte sind nie negativ, und wo die Wurzel gezeichnet ist, sagt der Radikand.

Potenzgleichungen: die Unbekannte in der Basis

  1. 0:00Bei einer Potenzgleichung steht die Unbekannte in der Basis. Gelöst wird sie durch Wurzelziehen — aber die Anzahl der Lösungen hängt am Exponenten.
  2. 0:08Bei ungeradem Exponenten ist es einfach: genau eine Lösung, und sie darf negativ sein. X hoch fünf gleich zweiunddreissig gibt zwei, x hoch drei gleich minus acht gibt minus zwei.
  3. 0:20Bei geradem Exponenten sind es zwei — plus und minus. X hoch vier gleich sechzehn hat die Lösungen zwei und minus zwei, denn beide ergeben hoch vier sechzehn.
  4. 0:31Und der dritte Fall: gerader Exponent, negative rechte Seite. X hoch vier gleich minus sechzehn hat über den reellen Zahlen keine Lösung — eine gerade Potenz wird nie negativ.
  5. 0:42Zum Mitnehmen: Der Exponent entscheidet. Ungerade heisst eine Lösung, gerade heisst zwei oder keine — je nach Vorzeichen der rechten Seite.

Wurzelgleichungen: quadrieren und prüfen

  1. 0:00Bei einer Wurzelgleichung steht die Unbekannte unter der Wurzel. Man wird sie los, indem man quadriert — und genau dort liegt die Falle.
  2. 0:08Vor dem Rechnen zwei Bedingungen: Unter der Wurzel darf nichts Negatives stehen, und weil die Wurzel nie negativ ist, muss auch die rechte Seite nichtnegativ sein.
  3. 0:18Jetzt quadrieren: zwei x plus drei gleich x Quadrat. Alles auf eine Seite, und es steht eine gewöhnliche quadratische Gleichung da.
  4. 0:26Und jetzt die Probe in der ursprünglichen Gleichung. Für drei: Wurzel aus neun ist drei — passt. Für minus eins: Wurzel aus eins ist eins, aber rechts steht minus eins. Das passt nicht.
  5. 0:38Der Grund: Quadrieren ist keine Äquivalenzumformung. Aus minus eins gleich eins wird durch Quadrieren eins gleich eins — aus einer falschen Aussage eine wahre.
  6. 0:48Zum Mitnehmen: Bedingungen aufschreiben, quadrieren, lösen, in der ursprünglichen Gleichung prüfen. Der letzte Schritt ist nicht optional.

Zusatzmaterial

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Externe Videos & Aufgabensammlungen

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📝 Aufgabensammlungen