Grundlagenfach · Lerngebiet 2 · Gleichungen, Ungleichungen und Gleichungssysteme · 35 Lektionen

2.1 Grundlagen

Eine Gleichung beschreibt eine Bedingung an eine unbekannte Grösse. Hier lernst du, einen technischen Sachverhalt als Gleichung, Ungleichung oder System zu formulieren, den Gleichungstyp zu erkennen und die Lösungsmenge über Äquivalenzumformungen zu bestimmen.

📋 Kompetenzen nach RLP 2030 — Teilgebiet 2.1
  • gegebene Sachverhalte im technischen Kontext als Gleichung, Ungleichung oder Gleichungssystem formulieren
  • algebraische Äquivalenz erklären und anwenden
  • den Typ einer Gleichung bestimmen und beim Lösen entsprechend beachten, Lösungs- und Umformungsmethoden zielführend einsetzen sowie Lösungen überprüfen
🎯 Lernziele — das kann ich nach dieser Seite
  • Ich kann erklären, was eine Gleichung ist, und ihre Bausteine (linke/rechte Seite, Variable) benennen.
  • Ich kann Sachverhalte aus dem technischen Kontext als Gleichung oder Ungleichung formulieren.
  • Ich kann algebraische Äquivalenz erklären und die vier Äquivalenzumformungen am Waagemodell begründen.
  • Ich kann den Typ einer Gleichung bestimmen und die passende Lösungsmethode wählen.
  • Ich kann Lösungen mit der Probe in der Ausgangsgleichung überprüfen.

Einstieg — die Waage als Modell

In einer Werkstatt werden vier gleich schwere Pakete zusammen mit einem 3 kg schweren Werkzeugkasten auf eine Waage gestellt. Die Waage zeigt im Gleichgewicht 15 kg auf der Gegenseite. Wie schwer ist ein einzelnes Paket?

Übersetze den Sachverhalt in eine Gleichung: Wenn \(x\) die Masse eines Pakets ist, dann gilt

\[ 4 \cdot x + 3 = 15 \]

Verschiebe den Regler — die Waage neigt sich, bis sie waagrecht steht. Genau dann hat \(x\) den Wert, der die Gleichung erfüllt.

⚖ Werkstatt-Waage: \(4 \cdot x + 3 = 15\)

💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Eine Gleichung ist eine Waage im Gleichgewicht: dieselbe Operation auf beiden Seiten erhält das Gleichgewicht — genau das ist eine Äquivalenzumformung. Einseitige Eingriffe zerstören die Gleichheit.

Vier Pakete + 3 kg Werkzeug = 15 kg · finde die Paketmasse

2 kg
Linke Seite vs. rechte Seite
4·2 + 3 = 11 ≠ 15
Linke Schale ist zu leicht
📘 Was zeigt die Waage?

Eine Gleichung behauptet: zwei Ausdrücke sind gleich gross. Bildlich: zwei Schalen einer Waage stehen waagrecht. Die Lösung ist genau jener Wert für die unbekannte Grösse, bei dem das Gleichheitszeichen tatsächlich stimmt.

  • Ist \(x\) zu klein, ist die linke Seite zu leicht — keine Lösung
  • Ist \(x\) zu gross, ist die linke Seite zu schwer — keine Lösung
  • Bei \(x = 3\) sind beide Seiten genau \(15\) — das ist die Lösung

Begriffe und Definition

📘 Definition — Gleichung

Eine Gleichung ist eine Aussageform der Gestalt

\[ T_1(x) = T_2(x) \]

wobei \(T_1\) und \(T_2\) Terme sind, die eine oder mehrere Variablen enthalten dürfen. Eine Zahl \(x_0\) heisst Lösung, wenn beim Einsetzen die linke und die rechte Seite denselben Wert ergeben.

📘 Bausteine einer Gleichung
BegriffSymbol / BeispielBedeutung
Variable\(x,\, t,\, n,\, \ldots\)unbekannte Grösse, deren Wert gesucht wird
Term\(4 \cdot x + 3\)Rechenausdruck — links und rechts vom \(=\)
Gleichung\(4 \cdot x + 3 = 15\)zwei Terme, verbunden durch \(=\)
Lösung\(x_0 = 3\)Wert, bei dem die Gleichheit erfüllt ist
Lösungsmenge\(\mathbb{L} = \{3\}\)Menge aller Lösungen
Grundmenge\(\mathbb{G} = \mathbb{R}\)Menge der erlaubten Werte für die Variable
📘 Verwandte Aussageformen
BegriffSymbolBedeutung
Ungleichung\(<,\; \le,\; >,\; \ge\)eine Seite ist kleiner oder grösser (oder gleich) als die andere
Gleichungssystem\(\begin{cases} \ldots \\ \ldots \end{cases}\)mehrere Gleichungen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen
Identität\(\equiv\) (oder \(=\))Gleichung, die für alle erlaubten Werte gilt — z.B. \((x+1)^2 \equiv x^2+2 \cdot x+1\). Das Zeichen \(\equiv\) betont „identisch gleich für jedes \(x\)".
✏️ Mini-Check — Gleichung und Waage
Multiple Choice

Was ist eine Gleichung?

  • Ein einzelner Term
  • Zwei Terme, durch ein Gleichheitszeichen verbunden
  • Eine Zahl mit Vorzeichen
Lösung anzeigen
B. Linke Seite \(=\) rechte Seite — beide Seiten sind Terme.
Lückentext

Eine Gleichung mit Variablen ist eine form — erst das Einsetzen eines Wertes macht sie wahr oder falsch.

Lösung anzeigen
Aussage(form).
Kurze Rechnung

Ist \(x = 3\) eine Lösung von \(4 \cdot x + 3 = 15\)?

Lösung anzeigen
Ja: \(4 \cdot 3 + 3 = 15\) ✓ — die Aussage wird wahr.
Transfer

Auf der Waage nimmst du beidseitig 3 Gewichtsstücke weg. Warum bleibt sie im Gleichgewicht — und welche neue Gleichung entsteht aus \(4x + 3 = 15\)?

Lösungsweg anzeigen
Beide Seiten verlieren gleich viel — das Gleichgewicht (die Gleichheit) bleibt. Es entsteht \(4x = 12\), eine äquivalente Gleichung mit derselben Lösung \(x = 3\).

Sachverhalte als Gleichung formulieren

Der erste Schritt jeder Anwendungsaufgabe: aus dem Text eine Gleichung machen. Drei Fragen helfen dabei.

SchrittFrageErgebnis
①Was ist gesucht?Variable benennen: „Sei \(x\) = …"
②Was ist gegeben?Zahlen, Beziehungen und Einheiten festhalten
③Welche Gleichheit gilt?linke = rechte Seite mit \(x\) ausdrücken
🟢 Beispiel 1 — Werkstatt-Pakete

Vier gleich schwere Pakete und ein 3 kg schwerer Werkzeugkasten wiegen zusammen 15 kg. Wie schwer ist ein Paket?

① Sei \(x\) die Masse eines Pakets in kg.
② Vier Pakete \(\Rightarrow 4 \cdot x\), Werkzeug \(= 3\) kg, Gesamt \(= 15\) kg.
③ Gesamtmasse: \(\;\boxed{4 \cdot x + 3 = 15}\)

🟢 Beispiel 2 — Mietkosten

Eine Werkstatt mietet ein Gerät für 50 CHF Grundgebühr plus 12 CHF pro Tag. Nach wie vielen Tagen kostet die Miete 170 CHF?

① Sei \(t\) die Anzahl Tage.
② Grundgebühr \(50\) CHF, Tagespreis \(12\) CHF/Tag, Zielsumme \(170\) CHF.
③ Gesamtkosten: \(\;\boxed{12 \cdot t + 50 = 170}\)

🟢 Beispiel 3 — Ungleichung

Ein Aufzug darf höchstens 600 kg transportieren. Eine Person wiegt im Mittel 75 kg. Wie viele Personen \(n\) dürfen einsteigen?

① Sei \(n\) die Anzahl Personen.
② Eine Person \(75\) kg, Maximum \(600\) kg.
③ Höchstmasse: \(\;\boxed{75 \cdot n \le 600}\) — eine Ungleichung, kein \(=\), sondern \(\le\).

🟢 Beispiel 4 — Gleichungssystem

Zwei Werkstücke wiegen zusammen 7 kg. Das schwerere ist 1 kg schwerer als das leichtere. Wie schwer sind die beiden?

① Seien \(a\) (schwerer) und \(b\) (leichter) die Massen in kg.
② Summe \(7\) kg, Differenz \(1\) kg.
③ Beide Aussagen gleichzeitig: \(\;\boxed{\begin{cases} a + b = 7 \\ a - b = 1 \end{cases}}\)

Längere Textaufgaben — Zahlenrätsel, Mischungen, Verteilungen, Zinsen — folgen alle demselben Bauplan: zuerst die Unbekannten mit Einheit deklarieren, dann eine Mengen- und eine Wertbilanz aufstellen. Schritt für Schritt und mit Ansatz-Trainer: ↗ 2.M Modellier-Baukasten

Ungleichungen formulieren

Im technischen Alltag tauchen Bedingungen oft als Grenzwerte auf — Tragkräfte, Höchstdrücke, Mindestabstände, Budget-Obergrenzen. Wer einen Sachverhalt nicht als Gleichheit, sondern als Ungleichung lesen kann, vermeidet einen Modellfehler. Die drei Fragen aus der Tabelle oben gelten weiterhin; nur in Schritt ③ entscheidet die Sprache, welches Zeichen passt:

Sprachliches SignalMathematisches ZeichenBedeutung
„höchstens", „nicht mehr als", „maximal"\(\le\)Grenze ist erlaubt
„mindestens", „nicht weniger als", „wenigstens"\(\ge\)Grenze ist erlaubt
„weniger als", „kleiner als", „unter"\(<\)Grenze ist nicht erlaubt
„mehr als", „grösser als", „über"\(>\)Grenze ist nicht erlaubt
🟢 Werkstatt-Beispiel 1 — Tragfähigkeit eines Gerüsts

Auf ein Gerüst dürfen höchstens 450 kg geladen werden. Eine Materialkiste wiegt 18 kg, der Werkzeugkasten 25 kg. Wie viele Kisten \(n\) dürfen zusätzlich zum Werkzeugkasten aufs Gerüst?

① Sei \(n\) die Anzahl Materialkisten.
② Eine Kiste \(18\) kg, Werkzeug \(25\) kg, Tragfähigkeit \(450\) kg.
③ „höchstens 450 kg" → \(\le 450\): \(\;\boxed{18 \cdot n + 25 \le 450}\)

Aufgelöst: \(18 n \le 425\), also \(n \le 23.61\). Da \(n \in \mathbb{N}\), dürfen maximal 23 Kisten dazu. Auf 24 Kisten wäre die Tragfähigkeit überschritten.

🟢 Werkstatt-Beispiel 2 — Mindestlohn pro Auftrag

Ein Servicetechniker rechnet pauschal 90 CHF Anfahrt plus 75 CHF pro Stunde. Damit der Auftrag rentabel ist, muss er mindestens 240 CHF einbringen. Welche Mindestdauer \(t\) (in Stunden) muss eingeplant werden?

① Sei \(t\) die Auftragsdauer in Stunden.
② Anfahrt \(90\) CHF, Stundenansatz \(75\) CHF/h, Mindest-Ertrag \(240\) CHF.
③ „mindestens 240 CHF" → \(\ge 240\): \(\;\boxed{75 \cdot t + 90 \ge 240}\)

Aufgelöst: \(75 t \ge 150\), also \(t \ge 2\). Die Auftragsdauer muss mindestens 2 Stunden betragen.

🟢 Werkstatt-Beispiel 3 — Sicherheitsabstand bei einer Drehbank

Bei einer Drehbank muss der Abstand d (in cm) vom Bedienpunkt zur rotierenden Spindel echt grösser als 35 cm sein. Die Schutzhaube ist 12 cm dick. Welcher freie Abstand x ist nötig?

① Sei \(x\) der freie Abstand zur Schutzhaube in cm.
② Schutzhaube \(12\) cm, Sicherheitsabstand-Vorgabe \(d > 35\) cm.
③ „echt grösser als 35" → \(>\), Grenze nicht erlaubt: \(\;\boxed{x + 12 > 35}\)

Aufgelöst: \(x > 23\). Genau 23 cm Abstand wäre zu wenig — es braucht echt mehr als 23 cm. In der Praxis legt man darum eine Reserve drauf (z.B. \(x \ge 25\) cm).

⚠ Häufiger Fehler — strenges oder erlaubendes Zeichen

„Mindestens" und „höchstens" schliessen die Grenze ein (\(\ge\), \(\le\)). „Mehr als" und „weniger als" schliessen die Grenze aus (\(>\), \(<\)). Das ist nicht Pingeligkeit — ein Auto, das „weniger als 30 km/h" fährt, fährt nicht 30. Eines, das „höchstens 30 km/h" fährt, darf 30. Bei Sicherheits-Schranken (Tragfähigkeiten, Druck-Maxima) lohnt es sich, das ganz genau zu lesen.

Ungleichungs-Zahlenstrahl

💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Die Klammer nach innen heisst: Die Grenze gehört zur Lösungsmenge (\(\leq\), \(\geq\)). Die Klammer nach aussen heisst: Sie gehört nicht dazu (\(<\), \(>\)). Am Zahlenstrahl steht damit dieselbe Klammer wie in der Intervallschreibweise — \([g;\ \infty[\) gegenüber \(]g;\ \infty[\). Bei einer Tragfähigkeit ist das der Unterschied zwischen «450 kg sind erlaubt» und «450 kg sind bereits zu viel». Die Prüfpunkte \(g - 1\) und \(g + 1\) zeigen, auf welcher Seite der Grenze die Lösungen liegen — ob die Grenze selbst dazugehört, entscheidet allein das Zeichen.

Vom Signalwort zum Zahlenstrahl — achte auf den Randpunkt und auf die Prüfpunkte daneben:

Ungleichung · Lösungsmenge · Intervall
✏️ Mini-Check — Formulieren
Multiple Choice

«Das Doppelte einer Zahl, um 5 vermindert, ergibt 11.» Welche Gleichung passt?

  • \(2 \cdot (x - 5) = 11\)
  • \(2x - 5 = 11\)
  • \(2x + 5 = 11\)
Lösung anzeigen
B. Erst verdoppeln (\(2x\)), dann um 5 vermindern. Variante A wäre «die um 5 verminderte Zahl verdoppelt».
Lückentext

«höchstens 20» heisst als Ungleichung: \(x\) \(20\).

Lösung anzeigen
\(\leq\) — der Wert 20 ist noch erlaubt.
Kurze Rechnung

Löse \(2x - 5 = 11\).

Lösung anzeigen
\(2x = 16\), also \(x = 8\).
Transfer

Worin unterscheiden sich «mindestens 18» und «mehr als 18» als Ungleichung?

Lösungsweg anzeigen
«mindestens 18» heisst \(x \geq 18\) — die 18 gehört dazu. «mehr als 18» heisst \(x > 18\) — die 18 ist ausgeschlossen. Das erlaubende und das strenge Zeichen unterscheiden genau den Randwert.

Algebraische Äquivalenz ↩ 1.3

📘 Definition — Äquivalente Gleichungen

Zwei Gleichungen heissen äquivalent (Schreibweise \(\Longleftrightarrow\)), wenn sie dieselbe Lösungsmenge haben.

Eine Äquivalenzumformung ist eine Operation, die eine Gleichung in eine äquivalente verwandelt — also die Lösungsmenge nicht verändert. Damit darf eine Gleichung Schritt für Schritt umgeformt werden, bis \(x\) allein steht.

📘 Die vier Äquivalenzumformungen

Eine Gleichung bleibt äquivalent, wenn man auf beiden Seiten dieselbe Operation ausführt:

UmformungSchreibweiseBedingung
Addition\(\,\mid\, +c\)\(c \in \mathbb{R}\) beliebig
Subtraktion\(\,\mid\, -c\)\(c \in \mathbb{R}\) beliebig
Multiplikation\(\,\mid\, \cdot c\)\(c \neq 0\)
Division\(\,\mid\, : c\)\(c \neq 0\)

Bei Ungleichungen (\(<,\;\le,\;>,\;\ge\)) gelten dieselben Umformungen, mit einer Ausnahme: Multiplikation oder Division mit einer negativen Zahl kehrt das Ungleichheitszeichen um. Beispiel:

\(-x \le 5 \;\;\mid\, \cdot(-1) \;\;\Longleftrightarrow\;\; x \ge -5\)

Klicke unten auf „Nächster Schritt" — jede Umformung erscheint einzeln, und du siehst, wie sich die Gleichung verändert, ohne ihre Lösung zu verlieren. Wie im Heft steht die Operation rechts neben der Gleichung, auf die sie angewendet wird; die Zeile darunter ist das Ergebnis. Auf der Waage darunter verschwinden dabei auf beiden Seiten gleich viele Kisten und Gewichte, sie bleibt im Gleichgewicht. Mit „✗ nur links −3" siehst du, was eine einseitige Umformung anrichtet.

🔄 Äquivalenzumformungen Schritt für Schritt

💡 Erkenntnis
Erkenntnis
Jeder Schritt erzeugt eine äquivalente Gleichung — gleiche Lösungsmenge, einfachere Form; die Waage bleibt waagrecht. Nimmst du nur links 3 weg, kippt sie: Aus \(4 \cdot x = 15\) folgt \(x = 3.75\), die Lösung hat sich verändert. Ziel ist immer, die Variable zu isolieren: zuerst Strich-, dann Punktoperationen rückgängig machen.

Beispiel \(4 \cdot x + 3 = 15\) — zwei Schritte bis zur Lösung

Startgleichung: links 4 Kisten und 3 Gewichte, rechts 15 Gewichte. Die Waage ist im Gleichgewicht.
⚠ Häufige Fehler
  • Operation nur auf einer Seite — die Waage kippt, die Gleichung wird falsch.
  • Multiplikation/Division mit \(0\) — verboten. \(0=0\) gilt zwar, aber es geht jede Information verloren — auf einmal wäre jede Zahl „Lösung".
  • Quadrieren ist keine reine Äquivalenzumformung — es kann Scheinlösungen erzeugen. Probe ist Pflicht.
✏️ Mini-Check — Äquivalenzumformungen
Multiple Choice

Welche Umformung ist keine Äquivalenzumformung?

  • Beidseitig \(+5\)
  • Beidseitig \(\cdot\, 2\)
  • Beidseitig \(\cdot\, 0\)
Lösung anzeigen
C. Multiplikation mit 0 macht aus jeder Gleichung \(0 = 0\) — die Lösungsmenge ändert sich. Erlaubt ist Multiplikation nur mit Zahlen \(\neq 0\).
Lückentext

Äquivalente Gleichungen haben dieselbe menge.

Lösung anzeigen
Lösungs- — \(\mathbb{L}\) bleibt bei jeder Äquivalenzumformung gleich.
Kurze Rechnung

Löse \(4x + 3 = 15\) in zwei Äquivalenzumformungen.

Lösung anzeigen
\(\;| -3\): \(4x = 12\). \(\;| : 4\): \(x = 3\).
Transfer

Warum ist beidseitiges Quadrieren keine Äquivalenzumformung?

Lösungsweg anzeigen
Es kann Scheinlösungen erzeugen: aus \(x = -2\) wird \(x^2 = 4\) — und diese Gleichung hat zusätzlich die Lösung \(x = +2\), die die Ausgangsgleichung nicht erfüllt. Darum nach dem Quadrieren immer die Probe machen.

Gleichungstypen erkennen

Bevor man losrechnet, lohnt sich ein kurzer Blick: Welcher Typ Gleichung liegt vor? Davon hängt die Lösungsmethode ab. Klicke auf einen Typ — farbig markiert ist das Merkmal, an dem du ihn erkennst: wie und wo \(x\) vorkommt. Darunter stehen die übliche Lösungsmethode und wo der Typ behandelt wird.

linear
\(a \cdot \textcolor{#b85c00}{x} + b = 0\;(a \neq 0)\)
Beispiel: \(3 \cdot \textcolor{#b85c00}{x} + 5 = 14\)
Erkennungsmerkmal: \(x\) kommt nur in der ersten Potenz vor — kein \(x^2\), nicht im Nenner, nicht unter der Wurzel.
Lösungsmethode: Äquivalenzumformungen — \(x\) auf einer Seite isolieren.
Behandelt in: Teilgebiet 2.2
📘 Übersicht — Gleichungstypen
TypFormBeispielLösungen (in \(\mathbb{R}\))
linear\(a \cdot x + b = 0\;(a \neq 0)\)\(3 \cdot x + 5 = 14\)genau 1
quadratisch\(a \cdot x^2 + b \cdot x + c = 0\)\(x^2 - 5 \cdot x + 6 = 0\)0, 1 oder 2
Bruchgleichung\(\dfrac{P(x)}{Q(x)} = R(x)\)\(\dfrac{2}{x-1} = 4\)je nach \(Q(x)\neq 0\)
Wurzelgleichung\(\sqrt{P(x)} = R(x)\)\(\sqrt{x+3} = x-1\)nur Werte mit \(P(x)\ge 0\)
Hinweis: Im Grundlagenfach werden in 2.2 die linearen und quadratischen Gleichungen vertieft behandelt. Bruch- und Wurzelgleichungen werden im Schwerpunktfach (Teilgebiet 2.2) ausführlich behandelt. Bruchgleichungen, die auf eine quadratische Gleichung führen — mit Definitionsmenge und Scheinlösungen —, stehen schon im Grundlagenfach: ↗ 2.2b Wenn x im Nenner steht

Lösen und Probe

Eine Gleichung ist „gelöst", wenn die Variable allein steht und ihr Wert bekannt ist. Eine Probe kontrolliert das Ergebnis durch Einsetzen — sie ist nicht optional, sondern Pflichtteil jeder sauberen Lösung.

📘 Probe — Einsetzen und Vergleichen

Setze den gefundenen Wert \(x_0\) in beide Seiten der ursprünglichen Gleichung ein. Stimmen beide Seiten überein, ist \(x_0\) eine Lösung. Stimmen sie nicht überein, war ein Rechenfehler im Spiel — oder es handelt sich um eine Scheinlösung (entstanden durch Quadrieren oder ähnliche Nicht-Äquivalenzumformungen).

Wähle einen Versuchswert für \(x\) — die Probe wird Schritt für Schritt durchgeführt.

🔍 Probe für \(5 \cdot x - 7 = 2 \cdot x + 8\)

Einsetzen, ausrechnen, vergleichen

2
① Einsetzen5·2 − 7 = 2·2 + 8
② Linke Seite ausrechnen10 − 7 = 3
③ Rechte Seite ausrechnen4 + 8 = 12
④ Vergleichen3 = 12 → falsch ✗
Ergebnis
x = 2 ist KEINE Lösung
⚠ Häufiger Fehler — Multiplizieren mit einem Term

Multipliziert man beide Seiten mit einem Ausdruck wie \((x - 3)\), kann das die Lösungsmenge verändern: Wird der Term zufällig null, entstehen Schein-Lösungen, oder echte Lösungen gehen verloren. Regel: Bei jeder Multiplikation mit einem variablen Term muss am Ende geprüft werden, ob dieser für die gefundene Lösung tatsächlich \(\neq 0\) ist. Sonst Probe machen — immer.

💡 Strategie — Lösen in drei Phasen

Bewährt sich bei fast jeder Gleichung in Lerngebiet 2:

  1. Typ bestimmen — linear, quadratisch, Bruch, Wurzel? Davon hängt die Methode ab.
  2. Lösbar machen — Klammern auflösen, Brüche durch Multiplikation mit dem Hauptnenner entfernen, Wurzeln durch Quadrieren wegbringen. Jeder dieser Schritte ist eine bewusste Umformung; die Definitionsmenge ändert sich dabei nicht, aber Scheinlösungen können entstehen.
  3. Probe machen — Lösung in die ursprüngliche Gleichung einsetzen. Stimmt die Gleichheit? Liegt die Lösung in der Definitionsmenge?

Wer alle drei Phasen sauber trennt, vermeidet die typischen Fallen — Scheinlösungen, vergessene Definitionsmengen, falsche Probe-Stelle.

✏️ Mini-Check — Typ, Lösen, Probe
Multiple Choice

Welcher Typ ist \(3x^2 - 5x + 1 = 0\)?

  • lineare Gleichung
  • quadratische Gleichung
  • Bruchgleichung
Lösung anzeigen
B. Höchste Potenz der Variablen ist \(x^2\) — der Typ bestimmt die Lösungsmethode.
Lückentext

Die bestätigt eine Lösung durch Einsetzen in die Ausgangsgleichung.

Lösung anzeigen
Probe.
Kurze Rechnung

Mache die Probe für \(x = 4\) in \(5x - 7 = 2x + 5\).

Lösung anzeigen
Links: \(5 \cdot 4 - 7 = 13\). Rechts: \(2 \cdot 4 + 5 = 13\). Beide Seiten gleich ✓.
Transfer

Warum gehört die Probe in die Ausgangsgleichung und nicht in eine umgeformte Zwischenform?

Lösungsweg anzeigen
Nur die Ausgangsgleichung stellt die ursprüngliche Behauptung dar. Rechenfehler in den Umformungen — oder Nicht-Äquivalenzumformungen wie Quadrieren — fallen nur dort auf; eine Zwischenform könnte den Fehler bereits enthalten.

Aufgaben

🟠 A1Gleichungstypen erkennen

Wähle eine Gleichung — klicke dann den passenden Typ.

Gleichung
—
🟠 A2Sachverhalt → Gleichung formulieren
  1. Werkstatt-Pakete. Drei gleiche Pakete und 2 kg Werkzeug wiegen zusammen 14 kg. Stelle die Gleichung in \(x\) (Paketmasse in kg) auf.

  2. Mietgerät. Grundgebühr 60 CHF plus 8 CHF pro Tag. Nach wie vielen Tagen \(t\) sind die Kosten 132 CHF? Stelle die Gleichung auf.

  3. Aufzugsgrenze. Ein Aufzug darf höchstens 480 kg tragen. Pro Person rechnet man mit 80 kg. Wie viele Personen \(n\) dürfen maximal einsteigen? Stelle die Ungleichung auf.

  4. Werkstücke. Zwei Werkstücke wiegen zusammen 12 kg. Das schwerere ist 4 kg schwerer als das leichtere. Stelle ein Gleichungssystem in \(x\) (schwer) und \(y\) (leicht) auf.

    🟢 Lösung
    \[ \begin{cases} x + y = 12 \\ x - y = 4 \end{cases} \]

    Erste Zeile: Summe \(=12\) kg. Zweite Zeile: Differenz \(=4\) kg.

🟠 A3Äquivalenzumformungen — Schritte zuordnen

Welche Umformung führt von der oberen zur unteren Gleichung?

  1. Von \(2 \cdot x + 5 = 11\) zu \(2 \cdot x = 6\)

  2. Von \(3 \cdot x = 12\) zu \(x = 4\)

  3. Von \(x - 7 = 2\) zu \(x = 9\)

🟠 A4Lösung mit Probe bestätigen

Gegeben: \(5 \cdot x - 4 = 11\). Behauptung: \(x = 3\) ist die Lösung. Führe die Probe sauber durch.

🟢 Probe

① Einsetzen in die linke Seite: \(5 \cdot 3 - 4 = 15 - 4 = 11\)

② Vergleichen: \(11 = 11\) ✓

Die Behauptung stimmt. Lösungsmenge: \(\;\mathbb{L} = \{3\}\)

🟠 A5Anwendung — Drahtlänge

Aus einem Drahtstück werden vier gleich lange Stücke und ein Rest von 8 cm zugeschnitten. Insgesamt war der Draht 60 cm lang. Stelle die Gleichung auf, gib die Lösung an und mache die Probe.

🟢 Lösung

Aufstellen: Sei \(x\) die Länge eines Stücks in cm.

\[ 4 \cdot x + 8 = 60 \]

Lösen:

\[ 4 \cdot x + 8 = 60 \quad |\, -8 \quad\Longleftrightarrow\quad 4 \cdot x = 52 \quad |\, :4 \quad\Longleftrightarrow\quad x = 13 \]

Probe: \(4 \cdot 13 + 8 = 52 + 8 = 60\) ✓

Antwort: Jedes Stück ist 13 cm lang.

🟠 A6Anwendung — Quadrieren erzeugt Scheinlösungen

Eine Schülerin hat die Gleichung \(x = 3\). Um sie zu „verallgemeinern", quadriert sie beide Seiten und erhält \(x^2 = 9\). Sie löst diese neue Gleichung und findet zwei Kandidaten: \(x_1 = 3\) und \(x_2 = -3\).

  1. Sind beide Werte Lösung der ursprünglichen Gleichung \(x = 3\)? Mache jeweils die Probe.
  2. Was zeigt dieses Beispiel über das Quadrieren als Umformungsschritt?
🟢 Probe für beide Kandidaten
  1. Probe \(x = 3\): linke Seite \(3\), rechte Seite \(3\). Es gilt \(3 = 3\) ✓ — also tatsächliche Lösung der Originalgleichung.

    Probe \(x = -3\): linke Seite \(-3\), rechte Seite \(3\). Es gilt \(-3 \neq 3\) — also keine Lösung der Originalgleichung. \(x_2 = -3\) ist eine Scheinlösung, entstanden durchs Quadrieren.

    Lösungsmenge der Originalgleichung \(\;\mathbb{L} = \{3\}\). Nur \(x_1 = 3\) ist Lösung; \(x_2 = -3\) ist eine Scheinlösung.

  2. Quadrieren ist keine Äquivalenzumformung — beim Übergang von \(x = 3\) zu \(x^2 = 9\) wird die Lösungsmenge unzulässig erweitert (von \(\{3\}\) zu \(\{3,\,-3\}\)). In der Praxis ist deshalb nach dem Quadrieren immer die Probe in der Originalgleichung Pflicht.

Merke: Quadrieren ist keine Äquivalenzumformung. Nach jedem Quadrieren immer alle Kandidaten in die Originalgleichung einsetzen — Scheinlösungen aussortieren.

🟠 A7Sport-Wettrennen aus dem Stand Vertiefung

Lara und Tim starten gleichzeitig zu einem Wettlauf. Lara läuft konstant 4 m/s. Tim ist langsamer, läuft aber konstant — dafür erhält er 12 m Vorsprung und startet bereits bei \(x = 12\,\text{m}\). Nach welcher Strecke holt Lara Tim ein, wenn Tims Geschwindigkeit \(v\) (in m/s) ist?

  1. Formuliere die Gleichung „Lara-Position = Tim-Position" als Funktion der Zeit \(t\).
  2. Welche Geschwindigkeit hätte Tim, damit Lara ihn nach genau \(t = 20\,\text{s}\) einholt?
  3. Was passiert mit der Gleichung, wenn Tim genau \(4\,\text{m/s}\) läuft?
🟢 Lösung
  1. Position von Lara: \(s_L(t) = 4t\). Position von Tim: \(s_T(t) = 12 + v\cdot t\). Einholen: \(4t = 12 + v\cdot t\), also \(t \cdot (4 - v) = 12\), \(t = \tfrac{12}{4 - v}\) (sofern \(v < 4\)). Die zugehörige Strecke (von Laras Start aus): \(s = 4t = \tfrac{48}{4 - v}\).
  2. Bei \(t = 20\): \(20 \cdot (4 - v) = 12 \Rightarrow 4 - v = 0.6 \Rightarrow v = 3.4\,\text{m/s}\). Eingeholt wird Tim dann nach \(s = 4 \cdot 20 = 80\,\text{m}\).
  3. Wenn \(v = 4\,\text{m/s}\), wird die Gleichung \(0 = 12\) — keine Lösung. Geometrisch: zwei parallele Geraden in einem Weg-Zeit-Diagramm, sie schneiden sich nie. Lara holt Tim nie ein. ↗ 2.3

Zusammenfassung

⭐ Merksatz

Eine Gleichung ist eine Waage. Was du auf einer Seite tust, musst du auf der anderen genauso tun — sonst kippt sie. Und ohne Probe weisst du nie, ob das Ergebnis stimmt.

BegriffSymbol / BeispielKernidee
Gleichung\(T_1(x) = T_2(x)\)zwei Terme, verbunden durch \(=\)
Lösung\(x_0\)Wert, der die Gleichheit erfüllt
Lösungsmenge\(\mathbb{L}\)Menge aller Lösungen
Äquivalenz\(\Longleftrightarrow\)gleiche Lösungsmenge
Umformung\(\mid\,+c,\,-c,\,\cdot c,\,:c\)auf beiden Seiten gleich (\(c \neq 0\) bei \(\cdot, :\))
Probe\(T_1(x_0) \stackrel{?}{=} T_2(x_0)\)Einsetzen und Vergleichen — Pflicht!

Clips

Clips zu den Animationen — was jede Animation zeigt

Anim
Anim
Anim
Transkripte — der gesprochene Text zum Mitlesen

Werkstatt-Waage: eine Gleichung ist eine Waage im Gleichgewicht

  1. 0:00Vier Pakete zu je x Kilogramm und ein Werkzeugkasten von drei Kilogramm liegen links, fünfzehn Kilogramm rechts. Bei welchem x steht die Waage waagrecht?
  2. 0:10Mit x gleich zwei wiegt die linke Seite elf Kilogramm, die rechte fünfzehn. Die linke Schale ist zu leicht, zwei ist keine Lösung.
  3. 0:19Mit x gleich vier sind es links neunzehn Kilogramm. Jetzt ist die linke Schale zu schwer, auch vier ist keine Lösung.
  4. 0:29Bei x gleich drei wiegen beide Seiten fünfzehn Kilogramm: Gleichgewicht, drei ist die Lösung. Nimmt man auf beiden Seiten drei Kilogramm weg, bleiben zwölf gegen zwölf, die Waage bleibt waagrecht.
  5. 0:41Merke: Eine Gleichung ist eine Waage im Gleichgewicht. Dieselbe Operation auf beiden Seiten erhält es, das ist eine Äquivalenzumformung. Nimmt man nur auf einer Seite weg, kippt die Waage.

Ungleichung am Zahlenstrahl: das Zeichen entscheidet über die Grenze

  1. 0:00Höchstens dreissig und weniger als dreissig klingen fast gleich. Darf x dabei genau dreissig sein?
  2. 0:09Höchstens dreissig heisst x kleiner gleich dreissig. Die Klammer ist nach innen geöffnet: Dreissig gehört dazu. Die Prüfpunkte zeigen, die Lösungen liegen links der Grenze.
  3. 0:20Weniger als dreissig heisst x echt kleiner dreissig. Der Bereich sieht gleich aus, nur die Klammer dreht sich nach aussen: Dreissig gehört nicht mehr dazu. Die Prüfpunkte bleiben dieselben.
  4. 0:31Mehr als dreissig heisst x echt grösser dreissig. Jetzt erfüllt einunddreissig die Ungleichung, neunundzwanzig nicht: Die Lösungen liegen rechts. Dreissig selbst gehört wieder nicht dazu.
  5. 0:42Merke: Ob die Grenze dazugehört, entscheidet allein das Zeichen. Bei kleiner gleich und grösser gleich ist die Klammer nach innen geöffnet, bei echt kleiner und echt grösser nach aussen. Die Prüfpunkte daneben zeigen, auf welcher Seite die Lösungen liegen.

Umformen an der Waage: beidseitig bleibt sie im Gleichgewicht

  1. 0:00Die Gleichung vier x plus drei gleich fünfzehn wird Schritt für Schritt umgeformt, bis x allein steht. Was hält die Waage dabei im Gleichgewicht?
  2. 0:09Zuerst minus drei auf beiden Seiten. Links verschwinden drei Gewichte, rechts auch: Übrig bleiben vier x gegen zwölf, die Waage bleibt waagrecht.
  3. 0:19Dann durch vier auf beiden Seiten. Aus vier Kisten wird eine, aus zwölf Gewichten werden drei. x steht allein: Die Lösung ist drei.
  4. 0:28Nimmt man die drei nur links weg, stehen links zwölf Kilogramm gegen fünfzehn rechts, die Waage kippt. Vier x gleich fünfzehn hätte die Lösung drei Komma sieben fünf, nicht mehr drei.
  5. 0:40Merke: Jede Äquivalenzumformung wirkt auf beide Seiten. Sie erzeugt eine Gleichung mit derselben Lösungsmenge, nur einfacher. Zuerst die Strich-, dann die Punktoperation rückgängig machen. Wer nur eine Seite ändert, verändert die Lösung.

Gleichungen: was die Lösungsmenge erhält

  1. 0:00Beim Lösen einer Gleichung formt man um. Erlaubt ist dabei nur, was die Lösungsmenge unverändert lässt — solche Schritte heissen Äquivalenzumformungen.
  2. 0:09Erlaubt ist: auf beiden Seiten dasselbe addieren oder subtrahieren, und mit derselben Zahl ungleich null malnehmen oder teilen. Alle drei lassen sich rückgängig machen — daran erkennt man sie.
  3. 0:21Und jetzt die drei, die es nicht sind. Erstens: mal null. Aus x gleich eins wird null gleich null — plötzlich stimmt es für jede Zahl. Die Lösungsmenge ist gewachsen.
  4. 0:31Zweitens: quadrieren. Aus x gleich zwei wird x Quadrat gleich vier — und das hat auch minus zwei als Lösung. Es sind Lösungen dazugekommen, die vorher keine waren.
  5. 0:42Drittens: durch einen Term mit x teilen. Aus x Quadrat gleich x wird nach Division durch x die Gleichung x gleich eins — die Lösung null ist verschwunden.
  6. 0:52Zum Mitnehmen: Erlaubt ist, was umkehrbar ist. Wo das nicht gilt — quadrieren, mit einem Term multiplizieren oder durch ihn teilen —, gehört eine Probe dazu.

Gleichungen: von der Textaufgabe zur Gleichung

  1. 0:00Der schwierigste Teil einer Textaufgabe ist nicht das Rechnen, sondern das Übersetzen. Dafür gibt es vier Schritte.
  2. 0:08Zuerst festlegen, wofür x steht — und das hinschreiben. Hier: x ist das heutige Alter des Sohnes. Damit ist der Vater dreimal so alt, also drei x.
  3. 0:18Dann Satz für Satz übersetzen. In zehn Jahren sind beide zehn Jahre älter: x plus zehn und drei x plus zehn. Und dann soll der Vater doppelt so alt sein.
  4. 0:28Jetzt die gewöhnliche Rechnung: ausmultiplizieren, sortieren. Es bleibt x gleich zehn.
  5. 0:36Und der Schritt, der am häufigsten fehlt: die Antwort im Text. Der Sohn ist zehn, der Vater dreissig. Probe: in zehn Jahren zwanzig und vierzig — vierzig ist doppelt zwanzig.
  6. 0:47Zum Mitnehmen: benennen, übersetzen, lösen, antworten. Und die Probe macht man am Text, nicht an der Gleichung.

Gleichungen verstehen: vom Ansatz direkt zur Lösung

  1. 0:00In einer Sachaufgabe steckt die eigentliche Arbeit im Ansatz: Die eine Menge gibt genau so viel Wärme ab, wie die andere aufnimmt. Das ist in zwei Zeilen hingeschrieben. Es nach der Mischtemperatur aufzulösen dauert länger als das Aufstellen.
  2. 0:13Ein einfacher Fall zuerst: drei Kilogramm Wasser mit fünfzehn Grad, zwei Kilogramm Wasser mit achtzig Grad. Links steht, was das kalte Wasser aufnimmt, rechts, was das warme abgibt. Weil beides Wasser ist, kürzt sich die Wärmekapazität heraus.
  3. 0:29Zweit-Taste, num-solv. Der Rechner will die Gleichung in zwei Hälften: links die linke Seite, rechts die rechte. Genau so, wie sie dasteht — nichts wird vorher umgeformt.
  4. 0:40Jetzt fragt der Rechner nach einem Startwert — und hier hilft die Physik. Eine Mischtemperatur kann nur zwischen den beiden Anfangstemperaturen liegen, also zwischen fünfzehn und achtzig Grad. Tippst du vierzig, findet der Löser einundvierzig Grad.
  5. 0:54Und jetzt der Fall, für den sich der Weg wirklich lohnt: ein halbes Kilogramm Wasser mit fünfzehn Grad, ein halbes Kilogramm Aluminium mit zweihundert Grad. Jetzt kürzt sich nichts mehr, die beiden Wärmekapazitäten bleiben stehen. Der Ansatz ist derselbe, die Eingabe auch — Startwert hundert, Ergebnis siebenundvierzig Komma sechs Grad.
  6. 1:14Zwei Dinge nimmt dir der Rechner nicht ab. Den Ansatz musst du selber aufstellen — er weiss nichts von Wärme. Und den Bereich, in dem die Lösung liegen kann, musst du selber kennen. Genau dafür ist die Sachaufgabe da.
  7. 1:26Was gleich ist, schreibst du hin. Auflösen darf der Rechner.

Funktionen: Definitionsmenge und Wertemenge

  1. 0:00Zwei Mengen gehören zu jeder Funktion: die eine sagt, was hinein darf, die andere, was herauskommt.
  2. 0:08Die Definitionsmenge ist die Menge aller x, die man einsetzen darf. Meistens sind das alle reellen Zahlen — ausser dort, wo etwas verboten ist.
  3. 0:16Beispiel: eins durch x minus zwei. Der Nenner darf nicht null werden, also ist zwei verboten. D ist R ohne die Zwei.
  4. 0:26Bei einer Wurzel muss stehen bleiben, was darunter steht: Wurzel aus x minus drei verlangt x grösser gleich drei.
  5. 0:35Die Wertemenge liest man anders ab — nicht am Term, sondern am Verlauf. Bei x Quadrat kommt nie etwas Negatives heraus, also ist W das Intervall von null bis unendlich.
  6. 0:46Zum Mitnehmen: D ist der Vorrat, W ist die Ausbeute. D findet man über die Verbote, W über den Verlauf.

Zusatzmaterial

Materialien zum Mitnehmen, Üben und Wiederholen. Druckseiten öffnen in neuem Tab.

Externe Videos & Aufgabensammlungen

🎬 Erklärvideos (Playlists)
📝 Aufgabensammlungen